Bikini – ein revolutionäres Kleidungsstück, welches das 20. Jahrhundert geprägt hat

Allein der Gedanke an einen Tag am Strand, zaubert ein Lächeln ins Gesicht. Wir stellen uns vor, wie wir in der Sonne die Seele baumeln lassen und unsere gebräunten Körper zur Schau stellen oder uns der kühlen Umarmung des Meeres überlassen… Neben uns liegt eine Frau in einem wunderschönen, perfekt passenden Bikini.

Badeanzug, hm… Brauche ich einen neuen? Vielleicht passe ich noch in den vom letzten Jahr? Sind das Muster und die Farbe diesen Sommer überhaupt noch „in“? Es gibt keine Frau, die sich diese Fragen nicht gestellt hat.

Der Verdienst für den beliebten Bikini geht an Frankreich, dem Land der Haute Couture, des Weins, Käses und der Croissants.

Aber beginnen wir von Anfang an.

Bademode war sicherlich nicht etwas, an das unsere Vorfahren gedacht haben. Sie waren Nudisten und genossen Bäche, Flüsse, Seen und das Meer ohne Bekleidung. Jedoch wurde das Baden bereits in der Antike zu einem genussvollen Ritual. Im antiken Griechenland und Rom waren Badezimmer, Badewannen und öffentliche Badehäuser durchaus üblich. Das Baden war nicht nur aus hygienischen, sondern auch aus gesundheitlichen und religiösen Gründen sehr beliebt. Außerdem wurden die öffentlichen Badehäuser zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens.

Obwohl die Toga sowohl in Herren- als auch in Damenbadehäusern ein weitverbreitetes Kleidungsstück war, beweisen zahlreiche römische Wandmalereien, dass auch zweiteilige Damenbadeanzüge getragen wurden. Eine Wandmalerei, die in einer römischen Villa aus dem 4. Jahrhundert in Piazza Armerina, Sizilien, gefunden wurde, zeigt Frauen mit einem Bikini, wie wir ihn heutzutage nennen. Wir können also nicht das gesamte Lob für diese Innovation ernten.

Als große Eroberer verbreiteten die Römer ihre Bade- und Thermenkultur in ganz Europa. Leider wurde das Baden nach dem Fall des Römischen Reiches nicht mehr als Freizeitbeschäftigung angesehen. Bäder wurden zu Heilanstalten und im Mittelalter verschwanden sie fast vollkommen. Damals war Nacktheit ein Tabu, und da es keine Badebekleidung gab, badeten die Menschen in ihrer Alltagskleidung.

Am Ende der goldenen Ära gerieten öffentliche Bäder, insbesondere durch den Druck der Kirche als moralische Autorität, in Vergessenheit. Ein weiterer Grund war der kostspielige Brennstoff zum Erhitzen des Wassers, und in Frankreich begann der neue Trend des „Badens“ in Parfüm.

Die erste Bademode wurde Ende des 18. Jahrhunderts entworfen, als die Küste zum idealen Urlaubsort wurde. Die Badebekleidung ähnelte sehr der Nachtwäsche der Zeit – ein langes Korsettkleid, spezielle Schuhe und Socken und ein Hut. In die Röcke wurden meistens Gewichte eingenäht, um unangemessenen Aufschwimmen der Kleidung zu vermeiden. Der Stoff war ziemlich schwer, meist aus Wolle, um zu verhindern, dass dieser bei Nässe am Körper kleben bleibt.

Nach den schwierigen Zeiten, die der menschliche Körper und die Badepraktiken durchmachten, kam das 20. Jahrhundert, in dem die wahre Geschichte der Bademode begann. Die in Amerika entworfene Badekleidung war für Frauen und Männer praktisch identisch und bedeckte fast den ganzen Körper.

GESCHICHTE

4. Jahrhundert

– Eine sizilianische Wandmalerei stellt Frauen in Bikini-ähnlichen Kleidungsstücken dar.

17. Jahrhundert

– An den Stränden befanden sich spezielle, vorgeschrieben Kabinen. Komplett angezogene Badegäste betraten die sogenannte Bademaschine, die von Pferden ins Wasser gezogen wurde. Dort konnten sie sich umziehen und eine Runde schwimmen, bevor sie dem Fahrer signalisierten zurückzukehren, um sich für die Öffentlichkeit wieder anziehen zu können.

18. Jahrhundert

– Frauen trugen am Strand schlichte, lange Arbeitskleidung, die ihre Figuren verbargen und Gewichte eingenäht hatten, um das Aufschwimmen des Stoffes zu verhindern.

19. Jahrhundert

– In England war es Männern verboten, in Lederkleidung zu baden; nur gewebte Badebekleidung war erlaubt.

– Frauen trugen weite Hosen und Flanellkleider.

1880

– In Delaware fand der erste Schönheitswettbewerb statt; die Teilnehmerinnen waren Badegäste, die von Thomas Edison bewertet wurden.

1907

– Die australische Schwimmerin Annette Kellermann nahm an einem Wettkampf in Boston in einem engen, einteiligen Badeanzug teil und wurde wegen unsittlicher Entblößung verhaftet.

1912

– Die australische Schwimmerin Fanny Durack trug einen engen Badeanzug als sie den Weltrekord von 100 Metern brach und die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Stockholm gewann.

1921

– Die erste Ausgabe des Schönheitswettbewerbs, des heutigen Miss America, fand in Atlantic City statt und beinhaltete einen Badeanzug-Wettbewerb.

1922

– Kubismus wird in den Badeanzügen der berühmten Haute Couture-Marken wie Elsa Schiaparelli, Izod, usw. widergespiegelt

– Der Fotograf George Hoyningen-Huene nimmt Bilder von legendären Badeanzugmodels für die französische Vogue auf.

1944

Esther Williams führt im Bathing Beauty Wassermusical ein neues Filmgenre ein.

1946

Louis Réard präsentiert einen zweiteiligen Badeanzug und nennt ihn Bikini, nach dem Bikini-Atoll, wo die Amerikaner vier Tage vor der Modeschau eine Atombombe getestet hatten.

1956

Brigitte Bardot trägt in Und immer lockt das Weib einen Bikini.

– Speedo debütiert als Sponsor des australischen Schwimmteams, das acht Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen in Melbourne gewann und die Marke weltweit bekannt machte.

1962

Ursula Andress erscheint in einer legendären Szene des James Bond Films Dr. No in einem weißen Bikini mit eingestecktem Messer.

1964

– Sports Illustrated veröffentlicht die erste Ausgabe, die Badeanzügen gewidmet ist.

1965

Jodie Foster debütiert in einem Coppertone-Werbespot, der eine glückliche Familie am Strand zeigt.

1966

– Nach den Dreharbeiten für Eine Million Jahre vor unserer Zeit wird Raquel Welch zum Traum eines jeden Mannes.

1980

– Brasilianer führen einen neuen Trend ein, den Tanga, inspiriert von traditioneller Kleidung aus dem Amazonas.

1983

– Der von Prinzessin Leia getragene Space-Bikini in Episode VI: Die Rückkehr der Jedi-Ritter wird von Star Wars Enthusiasten sehr geschätzt.

1996

– Der Miss World Wettbewerb zieht von Indien auf die Seychellen aufgrund großer Proteste gegen Wettbewerbe in Badeanzügen.

Karl Lagerfeld entwirft den kleinsten Bikini aller Zeiten, der bei einer Modeschau von Stella Tennant getragen wurde.

1999

– Der Miss America Wettbewerb verbietet offiziell Auftritte in Badeanzügen, d.h. Bikinis und Tangas.

2001

– Der Badeanzug von Ursula Andress in Dr. No wird bei einer Auktion für 40.000 £ versteigert.

2006

– Vrbnik auf der Insel Krk stellt Schilder auf, die den Einwohnern und Touristen das Betreten der Stadt in Badekleidung verbieten und schafft so eine „tugendhafte Zone“.

2011

– Barcelona verbietet Bikinis auf den Straßen und führt eine Geldstrafe von 300 Euro ein.

2013

– Die Sängerin Rihanna geht in Cannes in einem mehr als aufschlussreichen einteiligen Badeanzug shoppen.

2018

Kim Kardashian postet ein Instagram-Foto von sich in einem knappen Vintage-Bikini von Chanel und das Internet flippt aus.

2021

– Bikinis mit hoher Taille sind out und knappe Bikinis sind wieder in, insbesondere String-Bikinis.

Blogger, Journalisten, Reisebegleiter, Künstler, Animatoren und andere Gastfreundschaftsexperten und -enthusiasten haben sich unter dem Namen ValamArtists zusammengetan, um euch alles über den Urlaub in Kroatien zu erzählen! Viel Spaß!
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