7 intrigante Legenden aus dem kroatischen Küstenland

Das kroatische Küstenland und seine Umgebung sind eine richtige Schatztruhe voller Legenden, die die Fantasie ankurbeln. Machen Sie sich bequem und genießen Sie die Reise in die Vergangenheit…

Der erste Vampir Europas stammt aus Istrien

Machen Sie sich auf eine Geschichte gefasst, wovon Sie ein Schauder ergreifen wird! Kringa, ein kleines Dorf in Istrien in der Nähe von Pazin ist weltberühmt wegen einer aus dem 17. Jahrhundert stammenden Legende über einen „Hexer“, der Jure Grando hieß, und jahrelang seine Mitbewohner terrorisierte. Der Legende nach ist Grando 1656 verstorben und nach dem Begräbnis ist er seinem Grab entstiegen, spukte im Dorf herum und versetzte seine Witwe mehrmals in Schreken. Er klopfte an die Türen der herumliegenden Häuser, deren Bewohner dann von schrecklichem Unheil heimgesucht wurden.

Der Gespenst tobte im Dorf herum bis 1672, als die Dorfbewohner endlich all ihren Mut zusammengenommen und Jures Grab geöffnet haben. Der Anblick war furchterregend: Der Leichnam war vollkommen bewahrt, als wäre er gestern ins Grab gelegt worden, und auf dem  Antlitz des Dämons zeichnete sich ein abstoßendes Lächeln! Die tapferen Dorfbewohner wollten dem Untoten einen Pfeil ins Herz stechen, doch der Pfeil prallte ständig von seinem Körper ab. Endlich haben sie die Entscheidung getroffen, das bösartige Wesen zu enthaupten, wodurch Frieden nach Kringa wieder zurückkam.

Die Legende wurde im 17. Jahrhundert vom slowenischen Freiherrn Johann Weichard Valvasor dokumentiert und dadurch gilt Jure als erster schriftlich erwähnter Vampir Europas. Erst zwei Jahrhunderte später wird Bram Stoker seinen berühmten Roman über Dracula veröffentlichen.

Wie Feen die Arena von Pula erbaut haben

Das imposante Amphitheater von Pula ist eine der berühmtesten Bauten Kroatiens. Um seinen Bau woben noch heutzutage viele Legenden. Historiker gehen davon aus, dass Kaiser Augustus den Erlass für die Bauarbeiten im 1. Jahrhundert herausgegeben hat, die erst während der Herrschaft der flavischen Dynastie vollbracht wurden. Es ist noch immer unbekannt, warum das Amphitheater gerade in Pula errichtet wurde. Der Legende nach waren es jedoch nicht die alten Römer, die es errichtet haben, sondern Feen!

Feen sind Hauptfiguren in vielen Legenden Istriens. Es wurde geglaubt, dass sie Istrien in altertümlichen Zeiten bewohnt hatten, und niemand konnte sie sehen, weil sie am Tag versteckt blieben. Sie sind daher auf die Idee gekommen, das Amphitheater nachts zu errichten, so dass sie große Steinblöcke vom Učka-Gebirge im Norden Istriens nach Pula schleppten. Plötzlich krähten die Hähne und die Feen verschwanden mit dem ersten Schein des Morgenlichts, ohne das Amphitheater mit einem Dach versehen zu haben. Istrienweit ließen sie verstreute Steinblöcke herumliegen, die für das Dach gedacht waren. Eine eher wahrscheinlichere Geschichte über die Errichtung des prächtigen Gebäudes besagt, Kaiser Vespasian hätte es für seine Geliebte Antonia Cenida erbauen lassen.

Vom römischen Erbe beeindruckt haben die slawischen Völker, die Istrien nach dem Zerfall des Weströmischen Reiches besiedelt hatten, das Amphitheater Divić-grad genannt, was auf Altkirchenslawisch Wunder bedeutet. Alle, die das Amphitheater schon gesehen haben, wissen genau, dass der Name herrlich passt!

 

Erzbischof, der Schlagen aus Privlaka vertrieb

Eine gleichzeitig kurze, aber sehr interessante Legende erzählt über einen Erzbischof, der durch den Ort Privlaka in der heutigen Gespanschaft Zadar ritt, als eine Giftschlange sein Pferd biss, wobei der Erzbischof vom Pferd herunterpurzelte. Der aufgebrachte Erzbischof hat dann die Giftschlangen verfluchtet und folglich verschwanden sie aus Privlaka. Tatsächlich gibt es heute keine Giftschlangen in Privlaka, was den Wissenschaftlern nach an der charakteristischen Landschaft dieses Gebietes liegt. Interessanterweise wird eine ähnliche Legende mit dem berühmten Bischof Grgur Ninski in Verbindung gebracht, der auf Giftschlangen einen Fluch gelegt hat.

 

Traurige Geschichte über die Stadt Bogočin und den Drachen, der eine Schöne entführte

Eine der bekanntesten Legenden aus Šibenik erzählt von der Stadt Bogočin oder Vilin-grad (Burg der Feen), obwohl Feen in der Legende gar nicht vorkommen. In altertümlichen Zeiten wohnte dort ein reicher Adliger namens Bogoje, wessen Sohn Bogdan die wunderschöne Miljeva heiraten sollte. Der alte Adlige hat für das glückliche Brautpaar eine Burg in Bogočin errichten lassen. Die Idylle wurde aber sehr schnell zu einem unerwarteten Albtraum.

Während der prächtige Heiratszug nach Bogočin unterwegs war, stürzte sich ein riesiger Drache vom Himmel herab, entführte die schöne Miljeva und schleppte sie in die Tiefe des Sees Brljan. Der tapfere Bogdan sprang sofort in den See, um seine geliebte Miljeva zu retten und ertrank. Die Trauer über den Verlust seines Sohnes war so groß, dass der arme Vater das Kloster Aranđelovac erbauen ließ, wo Mönche für die Seelen des verstorbenen Brautpaares Tag und Nacht beteten. 

 

Wie altgriechische Götter wegen der Schönheit kroatischer Inseln gestritten haben

Kroatische Inseln gelten als eine der schönsten Inseln auf der Welt. Ihre bezaubernde Schönheit hat aber einmal für einen großen Streit zwischen altgriechischen Göttern gesorgt. Der Legende nach konnten die Götter keine Entscheidung treffen, welche Insel am schönsten ist – Mljet, Korčula oder Lastovo. Da sich die Auseinandersetzung in die Länge zog, entschied Zeus (oder Poseidon, je nachdem, an welche der zwei Legenden man sich hält) einen seiner Boten hinzuschicken, so dass endlich eine Entscheidung getroffen werden konnte. Der Bote nahm die Aufgabe sehr ernst, konnte aber sein Urteil nicht geben, welche Insel am schönsten ist. Um ihn zu bestrafen, wandelten ihn die aufgebrachten Götter in einen Stein, der heutzutage Glavat heißt und eine Insel zwischen den drei oben genannten Inseln ist. 

Die Entscheidung, welche der drei Inseln am schönsten ist, wurde bis heute noch nicht gefällt.

 

Odysseus‘ sieben Jahre Untreue auf Mljet

Der von Homer besungene altgriechische Held Odysseus ist Held unserer vorletzten Legende. Vor 3000 Jahren suchte ein gewaltiger Sturm sein Schiff heim und Odysseus blieb auf Mljet gestrandet, wo die wunderschöne Nymphe Kalypso wohnte.

Obwohl er seine geliebte Frau Penelope herbeisehnte, konnte sich Odysseus Kalypsos Zauber nicht entziehen, und so blieb er sieben Jahre auf der Insel gefangen. Die hinterlistige Nymphe versprach ihm sogar, ihn unsterblich zu machen, würde er sich entscheiden, mit ihr zu heiraten. Odysseus hätte es vielleicht am Ende auch gemacht, wäre Zeus nicht eingegriffen und Kalypso befohlen, Odysseus freizulassen, der sofort ein Floß gebaut und die Insel verlassen hat. Kalypso ist über den Verlust ihres geliebten Odysseus nie hinweggekommen und ist an Trauer gestorben.

Die Höhle im Süden der Insel trägt heute den Namen Odysseus Höhle (Odisejeva špilja), und war als Wohnort der Mittelmeer-Mönchsrobbe bekannt.

 

Fluch der Insel Lokrum

Zu Ende würden wir den gleichen Ton wie zu Beginn dieses Artikels anschlagen und Ihnen eine schauderhafte Legende aus dem Süden der Adria erzählen. Die Insel Lokrum in der Nähe von Dubrovnik hat vielen ihrer Besucher den Atem geraubt. Im Volk wird aber geglaubt, ein Fluch herrsche über die Insel!

Im 11. Jahrhundert tobte in Dubrovnik ein großer Brand und die erschreckten Stadtbewohner richteten ihre Gebete an den heiligen Benedikt und versprachen ihm, als Zeichen ihrer Dankbarkeit für seinen Schutz ein Kloster zu errichten. Nachdem der Brand unter Kontrolle gebracht worden war, hielten die Bewohner ihr Versprechen ein und erbauten ein Benediktinerkloster auf Lokrum. Ein paar Jahrhunderte später hat die französische Armee die Benediktiner von der Insel wegen ihrer strategischen Lage vertrieben wollen. Die aufgebrachten Mönche wollten ihre beliebte Insel aber nicht kampflos aufgeben und sind daher zum Entschluss gekommen, sich zu rächen.

In der Nacht, wo sie zum Aufbrechen gezwungen wurden, schlugen sie die Kapuzen hoch, zündeten die Kerzen an und einem schauderhaften Trauerzug ähnlich gingen dreimal um die Insel um. Die Kerzen hielten sie dabei verkehrt herum, und das warme Wachs tropfte von den Kerzen herunter. Sie verfluchten dadurch jeden Einzelnen, der die Insel für seinen eigenen Nutzen oder Genuss ausnutzen will. Der einzige Weg, um den Fluch zu beheben, wäre, das Wachs, das von den Kerzen heruntertropfte, zu sammeln. 

Obwohl die Geschichte dem Aberglauben zugeschrieben wird, trauen sich viele Stadtbewohner auch heutzutage nicht, die Insel nachts zu besuchen, wann dunkle Kräfte über Lokrum herrschen. Süße Träume 😉

Blogger, Journalisten, Reisebegleiter, Künstler, Animatoren und andere Gastfreundschaftsexperten und -enthusiasten haben sich unter dem Namen ValamArtists zusammengetan, um euch alles über den Urlaub in Kroatien zu erzählen! Viel Spaß!
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